Monat: Januar 2017

Never drink and tweet again!

Am Samstagmittag habe ich eine Dummheit begangen und leicht angeheitert etwas getwittert.

In Bremen gibt es die traditionelle Kohlfahrt, an der auch ich teilgenommen habe. Auch ich hatte mächtig einen im Tee. Vor allem in dem Moment, als mich die Nachricht von Udo Ulfkottes Tod ereilte. In dem Moment habe ich mich erheitert dazu geäußert. Ich dachte, ich hätte das gelöscht. Nach nur einer Stunde wurde ich vom Gegenteil überzeugt. Alles nahm seinen Lauf.

Dieser Mann repräsentiert für mich genau den Hass, der uns häufig verzweifeln lässt. Er hat eine Menge Hass geschürt und auch Verschwörungstheorien verbreitet. Für ihn sind Menschen nach ethnischen Gruppen sortierbar. Für mich nicht. Ich glaube an die Einzigartigkeit eines jeden Menschen. Und für mich liegt bei rassistischem Gedankengut (es ist rassistisch, wenn ich einer ethnischen Gruppe nur aufgrund dessen mit Hass entgegne) eine Grenze. Und da ist es mir auch egal, welche Nationalität der Mensch hat. Ich begegne einem deutschen Rassisten ebenso kritisch wie einem türkischen, russischen oder sonst irgendeinem. Und wir haben zurzeit eine Menge Rassismus, gegen den wir angehen müssen.

Zugegeben war die Art und Weise von mir taktlos und pietätlos und geht absolut gar nicht. Über den Tod eines Menschen scherzt man nicht. Vor allem nicht im öffentlichen Raum. Ich habe das nun mehr als deutlich zu spüren bekommen. Mehrere Hundert Nachrichten wurden an mich gerichtet. Teils mit genereller Kritik, die ich nachvollziehen kann. Aber dazwischen tummelten sich auch hunderte Nachrichten, mit äußerst rassistischem und sexistischem Inhalt. „Verpiss dich zurück dahin, wo du herkommst, du Fotze!“ ist nur eines von vielen Beispielen. Nun ja, tatsächlich befinde ich mich genau da, wo ich herkomme.

Ich habe den plötzlichen Tod eines Menschen politisiert und hunderte andere Menschen haben wiederum das politisiert – Die hässlichen Seiten des Internets!

Inzwischen haben sich nur Trump und der Papst nicht dazu geäußert. Bevor dies passiert entschuldige ich mich für meine Ausdrucksweise. Ich werde definitiv in Zukunft besser darauf achten, was ich im Suff twittere oder es ganz sein lassen. Oder alternativ mein Handy einfach in die Weser schmeißen.

Peace and out!

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